Glaubensdiskussionen auf Partys

Posted: May 23, 2011 in atheismus

Am Wochenende war ich auf einer schönen Geburtstagsparty und irgendwann kam dann
tatsächlich eine Glaubensdiskussion auf. Mir wurde zwar gesagt, dass man über sowas bei
Partys nicht diskutiert (Politik fällt wohl auch in diese Kategorie….O.O), aber es hat trotzdem
Spaß gemacht. Vor allem wenn man mit intelligenten Menschen redet, die vernünftig
diskutieren können, anstatt sich zu streiten. Leider wurde die Diskussion durch unseren
Nachwuchs unterbrochen, daher hier mein kleines Resumé zum Argument Nummer 1 gegen

Atheismus:
Da man ja nichts wirklich weiß (ich weiß, das ich nichts weiß…) kann man ja nicht wissen, was
hinter allem steckt….

Mhhh über dieses Argument hätte ich gerne weitergeredet, weil ich immer noch nicht verstehe,
wieso, dass automatisch heißen soll, dass dahinter Gott steht….Nur weil wir viele Sachen nicht
erklären können, heißt das doch noch lange nix. Ich meine, wenn wir in die Geschichte
blicken, haben Menschen immer ein eingeschränktes Bild von der Welt gehabt. Die
Wissenschaft gab uns immer mehr Möglichkeiten, sie genauer zu beschreiben. Viel
Aberglaube (Die Welt ist eine Scheibe, die Erde ist im Zentrum des Universums, etc…) wurde
mit Hilfe des Wissens entarnt. Wenn ich mir dieses Konzept vor Augen halte, ist der Gedanke
an einen Gott, der dahinter stecken sollte, einfach zu unglaubwürdig. Es passt einfach nicht
ins Bild.

Gegen Argument 1: Ich wollte im Gegenzug dazu wissen, wie man mit dem Argument umgeht,
dass der Glaube an Gott eine Erfindung der Menschen ist. Ganz früher gab es ja für alles eine
Gottheit (in einigen Kulturen ist das ja heute noch so). Weil für alles, was man sich nicht
erklären konnte (Der Himmel könnte uns auf den Kopf fallen), eine Erklärung gefunden
werden musste. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie ausgedacht war. Irgendjemand sagt, dass
der Donnergott wütend ist und es deswegen blitzt, machte einfach Mal mehr Sinn als die
wisssenschaftliche Erklärung, die zu diesem Zeitpunkt keiner kannte. Der monotheistische
Glaube wurde später vor allem bei Herrschern irgendwann sehr beliebt, weil die religiöse
Macht sich nicht mehr auf verschiedene Götter und Tempel verteilte, sondern man als
Herrscher nur noch von einem Gott gewollt war (Siehe Römisches Reich und Sonnengott Ra
bei den Ägyptern). Das Fußvolk war viel leichter zu kontrollieren, weil nun konnte man selbst
die Regeln (die wieder alle ausgedacht waren) erstellen.
Das ganze Mittelalter hindurch haben es sich die meisten Kirchenleute gut gehen lassen, auf
Kosten der Armen und die Forschung so gut es ging unterdrückt. Mit Ablaßbriefen und
anderen Erfindungen wurde den Leuten das letzte Hemd geraubt. Jetzt kann man natürlich
sagen: Ja die Kirche!!!! Hat ja nichts mit dem Glauben zu tun. FALSCH! Der Punkt ist, dass
eigentlich klar auf der Hand liegen sollte, dass der Glaube ebenso eine Erfindung ist, wie die
ganzen Regeln drumherum.

Wie heißt es doch so schön. jeder bekommt den Gott den er verdient, weil es ist alles in
deinem Kopf!

So und hier hätte ich doch gerne mal gewusst, wie das jemand sieht, der an Gott glaubt…

Comments
  1. kraftwort says:

    Hallo, Anyrei,
    da Du an der Meinung von jemandem interessiert bist, der an Gott glaubt und sich sonst noch niemand geäußer hat, ein paar kurze gedanekn von mir:
    – Die Einstellung, das eigene Wissen als durchaus begrenzt anzusehen ist mir natürlich prinzipiell sympathisch, sie sollte sowohl Gläubige als auch Atheisten vor einer Abgleiten in den Fundamentalismus (den es im Atheismus mindestens so häufig gibt wie in den klassischen ReligionenI schützen
    – Die Frage nach Gott entsteht für mich allerdings nicht nur an dem, was Menschen nicht wissen, sondern mindestens genauso stark an dem, was wir wissen. Warum wissen wir überhaupt etwas? Warum wollen wir Menschen etwas wissen? Warum sind wir neugierig? Rein physikalisch hat der Mensch einen Materialwert von ca. 20 € – was ist das, was uns die Gewissheit gibt, mehr zu sein und mehr wert zu sein …?
    Und zu Deinem Satz “Jeder bekommt den Gott, den er verdient”: Welchen Gott wir menschen evrdient hätten, könnte eine ganz spannende theologische Frage werden, aber wenn Du ungefähr das meinst, was Martin Luther soi ausdrückte: “Der Glaube macht beide – Gott und Abgott” – dann hättest Du recht.
    Übrigens: Lutehr hat noch einen anderen schlauen Satz gesagt: “Das, woran Du dein herz hängst, das ist dein Gott” – ein Satz, der strukturell das Wesen der Religion zutreffen beschreibt und deshalb auch von nichtchristlichen Religionswissenschaftlern verwandt wird. Danach ist also oihnehin nicht die Frage, ob es einen “Gott gibt”. Sondenr die Frage ist, was mein und was dein Gott ist, und ob das, was bei einem Menschen die Stelle des Abslouten einnimmt, des Konkurrenzlois Wichtigen, ob das diese Position rechtfertigen kann, oder ob es etwas ist, was das Vertrauen und die Hingabe des Menschen missbraucht oder enttäuscht.
    Schöen Grüße!
    Barnabas

  2. anyrei says:

    Ich würde ja gerne darauf etwas erwiedern und weiter diskutieren, doch leider habe ich ein paar Probleme mit deiner Antwort. Ich habe es wieder und wieder gelesen, aber ich verstehe nicht was du mit dem letzten Teil meinst. Wahrscheinlich ist hier ein grundlegendes Problem – Das der unterschiedlichen Definition von “Gott” oder “göttlichem”. Was mir im Vergleich christlicher Religion schon aufgefallen ist, ist zum Beispiel der Unterschied wie Protestanten Gott interpretieren oder Katholiken. Die Katholiken sehen alles eher sehr wörtlich, die Protestanten eher wahrscheinlich so wie du. Aber das weißt du besser.

    Ich persönlich kann in Dingen wie Neugierde und Gefühlen (Aus denen auch Werte und Bewertungen enstehen) nichts göttliches erkennen, weil dass für mich Gleichwertig ist, wie das funktionieren von Organen oder dem Gehirn. Wir Menschen haben dieses Prinzip der Neugierde und des Lernens auch nicht gepachtet, sondern teilen es mit vielen anderen Tieren (z.B.Affen, Delphine etc…), genau wie Gefühle oder ein bestimmtes Sozialverhalten (z.B. Wölfe, Katzen). Diese Dinge sind für das Weiterkommen und Fortpflanzen unserer Rasse einfach genauso unverzichtbar wie eine funktionierene Lunge oder ein Herz. Natürlich haben wir uns, was unser Gehirn angeht sehr viel weiterentwickelt und für die Spezies Mensch hat das ja auch wunderbar funktioniert. Aber so funktioniert die Welt: Wer sich am besten anpassen kann, überlebt und dominiert das Gebiet. So wie früher die Saurier dominiert haben. Phantasie ist ein ganz großes Werkzeug mit dem wir uns Weiterentwickeln konnten, aber dies führte meiner Meinung nach auch zu diesem Phänomen alle Dinge, die man nicht versteht mit Gott zu erklären. Aber von der Natur des Universums zu sprechen ist für mich eben nicht das selbe wie von etwas göttlichem zu sprechen! Und da kommt wieder die Definitionssache ins Spiel. Für mich bedeutet “Gott” ein höheres Wesen oder Macht, die bewußt Dinge entscheidet und schöpft. Das bedeutet NAtur der DInge für mich nicht. Die Natur wertet nicht und sie hat kein Bewusstsein. SIe ist nur eine Begrifflichkeit dafür, um das System des Lebens zu erklären.

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